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DCHAN – Deutsch-Chinesische Alumnifachnetzwerke
Einblicke in die Praxis fachlicher Wissenschaftskooperation 2017-2021

Vorwort DAAD

WIRKSAME VERNETZUNGSARBEIT

Das DCHAN-Begleitvorhaben beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) präsentiert mit dieser Publikation die Projektergebnisse aus der Fördermaßnahme
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Deutsch-Chinesische Alumnifachnetzwerke (DCHAN)

Die Publikation gibt Einblicke in die Praxis fachlicher Kooperation deutscher und chinesischer Alumni, die im Rahmen des DCHAN-Begleitvorhabens von 2017 bis 2021 verstetigt und nachhaltig ausgebaut wurde. Anhand von Best-Practice-Beispielen zu gelungener Vernetzungsarbeit verdeutlicht sie die Wirksamkeit fachlich ausgeri

chteter Maßnahmen und gibt vielfäl-tige Anregungen für die künftige internationale inter-disziplinäre Zusammenarbeit.
China ist und bleibt für Deutschland ein wichtiger Forschungspartner. Angesichts zunehmender globa-ler Herausforderungen gilt es, gemeinsam interna-tionale Lösungen zu entwickeln. Dies ist den sieben zur Förderung ausgewählten Alumnifachnetzwerken eindrucksvoll gelungen. Sie konnten zahlreiche weitere Mitglieder – erfahrene und neue Akteurinnen und Akteure der deutsch-chinesischen Kooperation aus Wissenschaft und Wirtschaft – für ihre Exper-tennetzwerke gewinnen. Darüber hinaus haben sie verdeutlicht, wie die Einbindung von Alumni interna-tionale Zusammenarbeit initiieren, festigen und nach-haltig gestalten kann. Die Projekte zeigen: Alumni mit Erfahrung im und Begeisterung für das Partnerland spielen oft eine zentrale Rolle als Türöffner, Brücken-bauer und interkulturelle Vermittler.
Um die Wirkung und Innovationskraft dieser Netz-werke zu erhöhen, hat das DCHAN-Begleitvorhaben beim DAAD diese Fachnetzwerke bei der Vernetzung sowie in der Transfer- und Öffentlichkeitsarbeit un-terstützt und dazu beigetragen, mögliche Synergien zwischen ihnen zu identifizieren, zu entwickeln und zu nutzen. Darüber hinaus war die Ausstrahlung der Fachnetze in die Gesellschaft ein wichtiger Fokus der Projekte. Der Grundstein für den weiteren Ausbau der Netzwerke ist gelegt. In den nächsten Jahren werden die entstandenen Netzwerke weiter gestärkt und ausgebaut, so dass sie auch über die Förderphase hinaus einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung und interdisziplinären Kooperation zwischen Deutschland und China leisten können.
Der DAAD dankt den Beteiligten in den sieben Fach-netzwerken ganz herzlich für die erfolgreiche, an-genehme und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der deutsch-chinesischen Wissenschaftskooperation.
Unser Dank gilt auch dem Zuwendungsgeber, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) sowie dem Internationalen Büro des DLR-Pro-jektträgers, das das Vorhaben begleitet und adminis-triert hat.
Dem DCHAN-Team im DAAD, Nina Berger, Olivia Jungk, Dr. Heidi Wedel sowie Cécile Jeblawei dan-ke ich herzlich für die erfolgreiche Umsetzung des DCHAN-Begleitvorhabens.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Dr. Kai Sicks, DAAD-Generalsekretär

 

在本出版物中,德国学术交流中心(DAAD)将展示其由德国联邦教育与研究部(BMBF)资助的德中校友专业网络 (DCHAN)的项目成果

本出版物对德中校友之间的专业合作实践进行了深入的探讨,双方的合作在 2017 年至 2021 年德中校友专业网络支持项目期间得到了进一步巩固和可持续性发展。实践中出现了许多成功案例,这更进一步促进了校友网络的发展。这很好地证明,以专业为导向的合作是非常有效的,并且全方位促进了未来的国际跨学科合作。无论在现在还是未来,中国都是德国的重要研究伙伴。全球性挑战呈日益增长之势,因此我们必须合作找出国际解决方案。入选资助项目的七个德中校友专业网络在这方面取得了令人印象深刻的成功。这些校友专业网络能为其专家网络招募到许多会员,他们是在德中科学和商业合作方面拥有丰富经验的参与者和新参与者。此外,这些校友专业网络还清晰地向大家展示了校友的积极参与是如何推动、巩固和维持国际合作的。项目表明,在我们的伙伴国家中,那些经验丰富并充满热情的校友们,扮演着领路人、沟通人和跨文化调解者的角色,发挥了核心作用。

为了提升校友专业网络的的影响力和创新能力,DAAD在DCHAN 支持项目框架下为各个校友专业网络相互建立联系、公关工作以及发挥协力潜能方面给予支持。此外,校友专业网络逐步向社会延伸,这同样是本项目的一个重要焦点所在。如今,校友专业网络的基石已经奠定好了。在接下来的几年里,已有的校友专业网络将得到进一步巩固和扩大,以确保在资助结束之后仍能继续为德中两国的交流和跨学科合作做出重要贡献。

DAAD 对这七个德中校友专业网络的参与者们由衷表示感谢,正是他们成功、愉悦并具有建设性的合作才让德中科学合作如此之顺畅。
同样,我们还要对资助方德国联邦教育与研究部以及全程陪同和管理该项目的 DLR 项目管理局国际办公室表示衷心的感谢。
我还想对 DAAD 内部 DCHAN 团队Nina Berger、OliviaJungk、Heidi Wedel 博士以及 Cécile Jeblawei 表示感谢,感谢他们为 DCHAN 支持项目的成功实施所作出的贡献。
我们祝您阅读愉快。

 

 

AUF BESTEM WEGE ZU BEST PRACTICE
Gelingende Kooperationen gründen auf gelungener Annäherung und Verständigung – der Austausch in den Alumnifachnetzwerken schafft die Basis

“ICH BIN CHINESIN, UND MEINE PERSPEKTIVE IST AN-DERS“, sagt die Diplompsychologin Dr. Jie Susan Hick. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik des Universitätsklinikums Heidelberg engagiert sich im Deutsch-Chinesischen Alumninetzwerk in der Psycho-somatischen Medizin und Psychotherapie (DCAPP). Was die Deutschen manchmal am Verhalten der chinesischen Kolleginnen und Kollegen wundert, ist für sie normal und selbstverständlich. „Kultur spielt bei Missverständnissen eine Rolle, und kulturelle Prä-gungen lassen sich nicht einfach verändern“, sagt sie. „Aber in deutsch-chinesischen Teams ist es sofort möglich, die jeweils andere Perspektive anzuerken-nen, Verwunderung über unterschiedliches Verhalten unaufgeregt zur Sprache zu bringen und im Vorfeld der Zusammenarbeit klare Vereinbarungen über den Umgang mit der Aufgabe, über die Standards und die Ziele zu treffen.“
Die hierarchischen Strukturen in der chinesischen Gesellschaft seien zum Beispiel ein Grund für Verhal-tensweisen chinesischer Kolleginnen und Kollegen, die von deutscher Seite mitunter als oberflächlich gedeutet würden. „Wenn ein Projekt aus deutscher Sicht nicht vorangeht und Zusagen an der Oberfläche bleiben, sollte man diese Beobachtung ansprechen“, sagt Hick. Die Erklärung dafür könne sein, dass chi-nesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler steile Hierarchien gewohnt seien und nicht so schnell Entscheidungen träfen. „Hat man über diese Unter-schiede offen gesprochen und  sie sich bewusst gemacht, kann man sie besser aushalten, wenn man wieder an die Arbeit geht“, sagt die Psychologin.
„Das verhindert auch im interkulturellen Bereich Frustration, wenn es einmal anders läuft als von einer Seite gedacht.“ Überdies könne das verankerte hier-archische Denken auch von Vorteil sein, sagt Hick. Ein Projekt wie DCAPP, in dem Trainingskurse angeboten werden, beinhaltet ein Verhältnis von Lehrer zu Ler-nenden, mit dem die chinesische Seite klar umgehen kann. „Damit ist erst mal vieles in Harmonie.“
Eine Reflexion des eigenen Verhaltens tue auch deutschen Teampartnern gut, betont Professor Mi-chael Henke, Leiter des DCHAN-Projekts ALUROUT (siehe Interview). „Wir haben auf der deutschen Seite ein teilweise problematisches Verständnis von Kooperation“, meint Henke. Das spiegelt sich zum Beispiel bei digitalen Workshops wider. Hier greifen die Deutschen selbstverständlich zu digitalen Tools, die ihnen vertraut sind. „Diese Haltung kann schnell arrogant wirken und ist unreflektiert“, sagt Henke. Vorteilhafter sei es, zumindest die Bereitschaft zu si-gnalisieren, auch chinesische Tools zu verwenden. Zu einer Kooperation auf Augenhöhe gehöre außerdem, dass man sich vor dem Hintergrund der politischen Großwetterlage nicht mit Samthandschuhen anfasse. „Sich unterwürfig mit chinesischen Partnern auszu-tauschen, ist auch nicht sinnvoll.“
Diese Einsicht hat in den Veranstaltungen im DCHAN-Projekt „Das Gute Leben“ Gewicht, wo es um die kri-tische Auseinandersetzung mit chinesischer Philoso-phie geht. Der Philosoph PD Dr. Hans Feger, der „Das Gute Leben“ von der Freien Universität Berlin aus leitet, betont, dass in den Workshops mit Doktoran-dinnen und Doktoranden beider Länder eine kritische und offene Debatte möglich ist und sein muss. „Und weil wir auf unseren Konferenzen Vertreter der ver-schiedenen philosophischen Schulen in China einla-den, darunter auch erklärte Kritiker der chinesischen politischen Philosophie, kommt es mitunter sogar zu hitzigen Auseinandersetzungen.“ Die Erfahrung im Projekt zeigt, dass eine sachlich produktive Konfron-tation besser in Deutschland funktioniert als auf den großen Konferenzen in China, wo mehr politische Kontrolle zu erwarten ist. „In China sind Veranstaltun-gen in kleinem Rahmen ertragreicher, die von chine-sischen Deutschland-Alumni mitorganisiert werden und bei denen sie die Möglichkeit haben, Einladungen auszusprechen.“ Die chinesischen Deutschland-Alumni einzubinden, sei unersetzlich, darüber sind sich alle Projektvertreterinnen und -vertreter einig.
„Sie kennen die Verhältnisse an ihren Universitäten und haben eine ganz wichtige Mittlerfunktion“, sagt Feger. Jie Susan Hick ergänzt: „Sie besetzen wichtige Positionen, haben mehr Entscheidungs möglichkeiten, kennen sich im bilateralen Austausch aus und wün-schen sich nachhaltige Beziehungen zu Deutschland.“

Dr. Jie Susan Hick, Projektmitarbeiterin DCAPP

 

“我是中国人,我的观点不太一样。”心理学家 Jie SusanHick 博士说道。这位海德堡大学医院普内科和心身医学诊疗所的研究员加入了德中心身医学和心理治疗学校友专业网络 (DCAPP)。
德国同事有时对中国同事们的某些行为举动感到惊讶,但在她看来,这些行为其实很正常,是理所当然的。“文化差异是导致误解的一个主要原因,而要改变文化印记是一件不容易的事情。”她说道。
“而在一个德中团队中,大家能够承认对方不同的观点,对方有令自己惊讶的不同行为时,能够坦诚地指出来,而不过于激动。合作之前,大家能够就如何处理任务、制定标准和明确目标达成一致。”
例如,中国社会等级制度是造成中国同事某些行为举止的一个原因,而德国同事有时则会认为这是马虎。“从德国角度来看,如果一个项目没有进展,所作出的承诺仍停留于表面,那么就应该对观察到的这种情况作出反应”,Hick博士说。究其原因可能是,中国科学家习惯于等级制度,所以不会那么快地做出决定。“如果能坦诚地说出这些差异,并让其意识到这些差异,那么重新回到工作中时就能够更好地与其相处”,这位心理学家说道。
“这也在一定程度上避免了因跨文化交往而产生的挫折感,特别是当事情发展方向与某一方的预想不同时。”此外,这种根深蒂固的等级思维其实有时也可以带来好处,Hick 博士说。像 DCAPP 这种提供培训课程的项目,其中就包含了师生关系,而中国人在处理师生关系方面是相当游刃有余的。
“因此,很多事情还是非常和谐。”畅所欲言德中物流领域校友专业网络(ALUROUT)的项目负责人Michael Henke 教授强调,反思自己的行为举止对德国团队伙伴也是有好处的(参见采访)。“我们德国方面对合作的理解有时有些问题”,Henke 认为。例如在举办线上研讨会的时候,德国人总是理所当然地选择使用他们熟悉的在线平台。“而这种做法很容易显得傲慢和自以为是”,Henke 说道。比较好的做法是,至少也表达出使用中国平台的意愿。
此外,在平等的基础上进行合作也意味着,在当前政治大气候的背景下也无需过于敏感和小心翼翼。“刻意低声下气地与中国伙伴交换意见,这也是没有意义的。”这种观点在德中美好生活校友专业网络(Das GuteLeben)中也是举足轻重的,该校友专业网络主要涉及对中国哲学的批判性讨论。哲学家兼编外讲师 Hans Feger 博士在柏林自由大学主持Das Gute Leben项目,强调,在项目的工作坊上,来自德中两国的博士生们可以进行充满批判性的公开辩论,而且这是非常有必要的。“并且,由于我们邀请了中国各哲学流派的代表参加我们的会议,曾公开批评过中国政治哲学的人也在邀请范围之内,所以有时候会上甚至会出现非常激烈的争论。”项目经验表明,在德国能够更好地开展客观的、富有成效的辩论,因为在中国的大型会议上
存在更多的政治审查因素。“ 在中国,由中国留德校友共同组织小规模活动,效果会更好,并且他们也有机会发出邀请。” 所有项目代表们一致认为,让中国的留德校友们积极参与进来,这是不可或缺的。“他们了解自己大学的情况,扮演着非常重要的中间人角色”,Feger 说道。Jie Susan Hick 补充道:“他们位高权重,拥有更多的决策权,了解双边交流,并希望与德国保持长久的关系。”

 

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HERAUSGEBER:
Deutscher Akademischer Austauschdienst German Academic Exchange Service Kennedyallee 50, D – 53175 Bonn
Tel.: +49 228 882-0, postmaster@daad.de www.daad.de

Referat Alumni: Grundsatz und Koordination

DURCHFÜHRENDER PROJEKTTRÄGER
FÜR DIE BMBF-FÖRDERAKTIVITÄT:
DLR Projektträger
Europäische und internationale Zusammenarbeit Heinrich-Konen-Str. 1
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